Manchmal fragt man sich ob Gebührenentscheidungen nicht ausschliesslich als weitere “Zapfhähne” dienen sollen.
Heute hat das Bundesministerium für Post und Telekommunikation entschieden dass in Deutschland ab Juni 2010 für jede versendete E-Mail eine Portogebühr von 1 Cent erhoben wird. Als ich das heute morgen im Radio gehört habe, habe ich mich gefragt ob die Politiker noch alle Kerzen im Ständer haben. Email ist ein sinnvolles Kommunikationsmedium, welches in vielen Bereichen dem Brief bzw. Snail-Mail den Rang abgelaufen hat. Zurecht!
E-Mail ist schneller, einfach zu archivieren und überall (Computer und Internetzugang vorausgesetzt) lesbar. Um Email herum bieten sich viele weitere sinnvolle Anwendungen an, wie z.B. ToDo-Programme oder Wiedervorlagesysteme. Das Alles kann der Brief nicht bieten.
Die Rechnung aus Umweltsicht möchte ich hier absichtlich nicht aufmachen, denn darüber kann man sich tatsächlich sehr gut streiten. Tatsache ist, das unsere Volksvertreter generell den Zug verpasst haben. Das Volk nutzt das Internet mit allen Facetten und den Vor- sowie aber auch Nachteilen.
Nachteile sind Themen wie Spam und Scam, Abo-Abzocke und andere Betrügereien, aber auch Widerlichkeiten wie z.B. Kinderpornografie. Klar, ich bin persönlich auch sehr genervt von den vielen Spam und Scam-Mails. Aber dafür habe ich mittlerweile Filtersysteme die ganz gut funktionieren. Somit ist dieses Problem erst einmal lösbar. Angeblich soll das E-Mail-Porto dazu dienen genau diese Probleme zu lösen, eben Spam und Scam. Die Ohnmacht der Staatsmacht ist hiermit mal wieder bewiesen: Wir sind zu blöd technische Mittel gegen solche Probleme zu finden, deshalb kassieren wir jetzt unsere Bürger ab, also diejenigen die eigentlich geschädigt sind.
Selbst treue RTL-Zuschauer werden jetzt feststellen dass es um die Problemlösung durch die Gebührenerhebung gar nicht gehen kann, sondern nur um ein weiteres Schatzkästchen mit dem man die Bürger abzapfen kann. Denn: erst einmal sollen die Gebühren / Mail sich auf 1 Cent belaufen. Aber wir wissen ja mittlerweile wie das läuft: Ist eine Gebühr oder Steuer oder anders titulierte staatliche Abzocke erst einmal etabliert, dann wird sie nie wieder verschwinden, dafür aber stets erhöht. Ergebnis ist dass wir heute in Deutschland als Bürger bereits Steuer auf Steuern zahlen.
Wie aus den Radio Berichten auf NDR2 und Oldie95 zu erfahren war, haben sich bereits GMX, Google und Microsoft zum Thema geäußert, mit unterschiedlichen Auffassungen. So gibt GMX an die Email als Grundbedürfnis der Bürger anzusehen, und damit also ganz und gar nicht einverstanden zu sein. GMX möchte dafür zu kämpfen die E-Mail weiterhin kostenfrei für seine Nutzer zu halten. Google, ein sonst so liberal auftretendes Unternehmen – man glaubt es nicht – gibt an die Entscheidung zu begrüßen, und sogar seitens der Bundesregierung vorher befragt worden zu sein. Dabei bietet Google doch recht sinnvolle Dienste, wie z.B. Googlemail so gerne gratis an, naja….
Microsoft hat den Vogel dann ganz abgeschossen: Die Entscheidung sei sehr gut, und solle auf die Kommunikation über soziale Netzwerke wie z.B. Twitter oder Facebook erweitert werden. Damit würden sich die User dann wieder auf sinnvolle Kommunikation beschränken. Das sagt ein Unternehmen welches seit mehreren Jahrzehnten seine Kunden zu Produktmanagern gemacht hat, in dem sie Produkte in einem Entwicklungsstadium auf den Markt bringen die man bei seriöser Betrachtung wegen der vielen Sicherheitslücken (siehe Internet Explorer, oder MSN Messenger wg. Mariposa Botnet) nicht auf die Menschheit loslassen darf.
Und Microsoft will also jetzt mitsprechen wenn es darum geht ob Kommunikation sinnvoll oder überflüssig ist, und das im Internet, also einer Welt die eben nicht solchen übermächtigen Unternehmen gehört und auch nie gehören kann. Hut ab, Redmond, gehe zurück auf Los! Wer sich vor Spam schützen will der soll sich der vielen Filtermöglichkeiten bedienen. Wer sich vor Scam schützen will, der soll sich aktiv bei Scambaiter beteiligen. Eine Gebühr wird weder vor Scam noch vor Spam schützen!
Naja, abschliessend bleibt mir nur zu sagen, dass es sich tatsächlich um einen Aprilscherz halten muss
, ich gehe sehr davon aus, dass es so ist. Schliesslich möchte ich mal sehen wie man eine E-Mail – z.B. aus Frankreich – die kein Porto hat erhalten soll, hahaha! Außerdem leiten die Artikel von NDR2 und BR-Online für mehr Details zur Domain www.email-porto.de. Diese Domain hat keinen Inhalt und gehört laut Denic Whois einem Marion Zimbalski aus Berlin, registriert am 29.03.2010, hihi. Dieser Aprilscherz ist aber gut gemacht, liebe ARD-Anstalten, und: Hut ab Redmond! Bisher gab es Aprilscherze dieser Art nur im Internet, eine Verbreitung über das mir persönlich immer noch sehr sympatische Radio ist aber neu.
Bilderquelle:
http://www.ambrosiasw.com/utilities/easyenvelopes/
Schlagworte: April-Scherz, Bundesministerium für Post und Telekommunikation, Email-Porto, Gebühren, GMX, Google, Microsoft

Wenn das Thema nicht schon seid Jahren im Gespräch wäre, wäre es ansatzweise glaubhaft. Aber so mal wieder…sind wir mal wieder lustig heute alle…
Das stimmt, das Interessante daran ist wohl eher auch die Art wie die ARD Rundfunkanstalten am heutigen Tag ein Linkbaiting aufziehen. So hat tagesschau.de z.B. heute auch folgendes veröffentlicht: http://www.tagesschau.de/ausland/internetabschaltung100.html
Hehe,
ich las gerade eine Vorschau bei google und wäre fast darauf reingefallen
Naja soweit hergeholt ist es nicht, würde es doch fast auf den aktuell eingeführten EPost Brief passen